Aufträge für Gebäudereinigung finden: 5 Wege im Vergleich

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Neue Gewerbekunden kommen für eine Gebäudereinigung über fünf Wege: Empfehlungen, Auftragsportale, öffentliche Ausschreibungen etwa auf service.bund.de, bezahlte Anfragen über Google Ads und die direkte Ansprache von Entscheidern. Portale, Ausschreibungen und Google Ads bedienen Nachfrage, die schon da ist. Den Zeitpunkt selbst bestimmen kannst du vor allem bei der direkten Ansprache, weil du dort auf Objekte zugehst, die gerade nicht aktiv suchen.
Rund 35.000 Betriebe zählt das Gebäudereiniger-Handwerk in Deutschland, mit mehr als 658.000 Beschäftigten, so der Branchenreport 2025 des Bundesinnungsverbands. Bei vielen kommen neue Aufträge vor allem über Empfehlungen, und das funktioniert ja auch, solange zufällig gerade jemand fragt. Wer planen will, wann die nächsten Objekte dazukommen, braucht mindestens einen Weg, den er selbst anstoßen kann.
Hier sind die fünf Wege, über die Gebäudereinigungen in Deutschland an Gewerbekunden kommen, mit dem, was sie kosten, und dem, was dabei gern übersehen wird. Eine Offenlegung vorweg: Beyond Leverage Solutions bietet selbst den fünften Weg an, die direkte Ansprache im Namen deines Betriebs. Die Preise anderer Anbieter stammen von deren eigenen Seiten, beim Namen nennen wir die Anbieter aber nicht.
Die fünf Wege im Überblick
| Weg | So funktioniert es | Was es kostet | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|---|
| Empfehlungen | Zufriedene Kunden nennen dich weiter | nichts außer guter Arbeit | kaum steuerbar |
| Auftragsportale | Kunden stellen Aufträge ein, Betriebe bewerben sich oder bekommen sie vermittelt | bei einem Reinigungsportal 25 % Auftragspauschale, nach erstmals 1.000 € Bruttoauftragswert zusätzlich 9,95 € im Monat | Preisdruck, oft kleine und private Aufträge |
| Öffentliche Ausschreibungen | Vergabestellen schreiben Reinigungsleistungen aus, zu finden etwa auf service.bund.de | vor allem eigene Zeit; private Plattformen, die Ausschreibungen bündeln, bieten teils einen unverbindlichen Test an | Unterlagen, Fristen, Preisvergleich |
| Google Ads | Wer „Gebäudereinigung“ und deine Stadt sucht, sieht deine Anzeige | bei einer spezialisierten Agentur Betreuungspauschale plus Werbebudget ab 700 € im Monat, Richtwert rund 50 € Werbebudget je qualifizierter Anfrage | Laufzeit, Exklusivität, wer die Anfragen vorqualifiziert |
| Direkte Ansprache | Du oder ein Dienstleister sprechen Entscheider gezielt an | selbst: deine Zeit; ausgelagert: Festpreis, Preis je Termin oder Provision | Ton, Zielgruppe, Transparenz über jede Antwort |
Auftragsportale: schnell, aber mit Preisdruck
Auf Auftragsportalen stehen Aufträge, die schon jemand vergeben will. Das hilft vor allem, freie Kapazität zu füllen, weil du nicht erst Interesse wecken musst. Ein Reinigungsportal, dessen Partnerbedingungen wir uns angesehen haben, ist für Partner am Anfang kostenlos; sobald die Bruttoauftragsgrenze von 1.000 Euro erstmals überschritten ist, kostet es 9,95 Euro im Monat, und von jedem Auftrag gehen 25 % als Auftragspauschale ab. Andere Portale funktionieren eher wie eine Inseratebörse über viele Branchen: Registrieren ist kostenlos, und auf eine Anzeige melden sich Interessenten.
Unsere Einschätzung: Wenn ein Auftrag öffentlich auf einem Portal steht, sehen ihn auch deine Mitbewerber, und dann wird stark über den Preis verglichen. Für den Aufbau fester Gewerbekunden mit Unterhaltsreinigung über Jahre sind Portale deshalb aus unserer Sicht selten die erste Wahl.
Öffentliche Ausschreibungen: große Volumen, viel Aufwand
Öffentliche Auftraggeber wie Kommunen vergeben auch Reinigungsleistungen über Ausschreibungen. Einen ersten Überblick gibt service.bund.de mit aktuellen Ausschreibungen der öffentlichen Verwaltung von Bund, Ländern, Städten und Kommunen, und Ausschreibungen, die EU-weit bekanntgemacht werden, stehen auf TED, der Beilage zum Amtsblatt der EU. Daneben gibt es private Plattformen, die Ausschreibungen aus vielen Quellen bündeln; manche bieten auf ihrer Website einen unverbindlichen Test an.
Aus unserer Sicht lohnen sich Ausschreibungen vor allem für Betriebe, die Personal und Zeit für Angebotsunterlagen, Nachweise und Fristen haben. Wer das nebenher im Tagesgeschäft machen will, verliert schnell den Überblick.
Google Ads und gekaufte Leads: Nachfrage abholen
Mit Google Ads erscheinst du, wenn jemand aktiv nach einer Reinigungsfirma in deiner Stadt sucht. Bei einer auf Gebäudereinigungen spezialisierten Agentur zahlst du zum Beispiel eine monatliche Betreuungspauschale plus ein Werbebudget ab 700 Euro im Monat, das direkt an Google geht; als Richtwert nennt sie rund 50 Euro Werbebudget je qualifizierter Anfrage, je nach Stadt 40 bis 70 Euro. Die Mindestlaufzeit liegt dort bei drei Monaten, von denen der erste laut Anbieter kostenlos ist. Frag bei jeder Agentur nach, ob sie in deiner Stadt auch für andere Reinigungsfirmen wirbt, denn sonst konkurrierst du am Ende mit dem eigenen Dienstleister um dieselben Anfragen.
Alternativ lässt du dir Leads von spezialisierten Anbietern liefern; einer wirbt zum Beispiel mit exklusiven Leads für im Schnitt 7 bis 35 Euro je Lead. Frag bei jedem Angebot nach, ob ein Lead nur an dich geht oder an mehrere Betriebe, denn davon hängt ab, wie viel er wirklich wert ist.
Google Ads erreicht vor allem Leute, die gerade aktiv suchen. Eine Hausverwaltung, die mit ihrem jetzigen Dienstleister halbwegs zufrieden ist, tippt eben nichts in Google ein.
Direkte Ansprache: der Weg, der nicht auf Nachfrage wartet
Bei der direkten Ansprache gehst du selbst auf die Objekte zu, die du reinigen willst: Hausverwaltungen, Träger von Kitas und Pflegeheimen, Büros, Gewerbe und Industrie. Du bestimmst Zielgruppe, Region und Zeitpunkt, und du kannst auch Entscheider ansprechen, die gerade nicht öffentlich suchen.
Das geht per Telefon oder per E-Mail; welche rechtlichen Regeln dabei für deinen Fall gelten, lässt du dir am besten fachlich erklären. Damit jede Ansprache konkret und relevant ist, braucht sie einen echten Bezug zum Unternehmen, also wer dort entscheidet, um welches Objekt es geht und warum du gerade dort anfragst. Eine Massenmail an tausend Adressen ist aus unserer Sicht wenig erfolgversprechend.
Selbst machen kostet vor allem Zeit, die im Tagesgeschäft fehlt. Auslagern kannst du an Telefonakquise-Dienstleister (einer bietet sein komplettes Akquise-Büro zum Beispiel für rund 2.000 Euro im Monat an), an Agenturen, die per E-Mail ansprechen, oder an Dienstleister, die auf Provision arbeiten. Wie sich diese Modelle unterscheiden und woran du ein seriöses Angebot erkennst, steht im Ratgeber Akquise auslagern.
Welcher Weg passt zu deinem Betrieb?
Willst du kurzfristig freie Stunden füllen, sind Portale der schnellste Weg, und für große öffentliche Objekte mit langer Laufzeit kommst du an Ausschreibungen nicht vorbei. Suchen in deiner Stadt viele Leute aktiv nach einer Reinigungsfirma, holt Google Ads diese Nachfrage ab. Willst du dagegen ausgewählte Gewerbekunden regelmäßig selbst ansprechen, führt kein Weg an direkter Ansprache vorbei, egal ob du sie selbst machst oder abgibst.
Aus unserer Sicht fährt ein Betrieb am besten mit einer Mischung: Empfehlungen als Grundrauschen, dazu ein Weg, den er selbst anstoßen kann und der nicht davon abhängt, dass zufällig gerade jemand sucht.
Häufige Fragen
Lohnen sich Auftragsportale für eine Gebäudereinigung?
Für einzelne Aufträge und freie Kapazität schon, für den Aufbau fester Gewerbekunden aus unserer Sicht eher selten. Ein Reinigungsportal zum Beispiel behält laut eigener Partnerseite 25 % des Auftragswerts als Auftragspauschale ein und berechnet, sobald die Bruttoauftragsgrenze von 1.000 Euro erstmals überschritten ist, 9,95 Euro im Monat, und das musst du in deinen Preis einrechnen.
Wo finde ich öffentliche Ausschreibungen für Gebäudereinigung?
Auf service.bund.de stehen aktuelle Ausschreibungen der öffentlichen Verwaltung von Bund, Ländern, Städten und Kommunen, und EU-weit bekanntgemachte Ausschreibungen findest du auf TED, der Beilage zum Amtsblatt der EU. Daneben bündeln private Plattformen Ausschreibungen aus vielen Quellen. Rechne in jedem Fall mit Zeit für Unterlagen, Nachweise und Fristen, die neben dem Tagesgeschäft schnell knapp wird.
Was kostet eine Anfrage über Google Ads?
Eine auf Gebäudereinigungen spezialisierte Agentur berechnet zum Beispiel eine monatliche Betreuungspauschale plus ein Werbebudget ab 700 Euro im Monat, das direkt an Google geht. Als Richtwert nennt sie rund 50 Euro Werbebudget je qualifizierter Anfrage, je nach Stadt 40 bis 70 Euro, bei drei Monaten Mindestlaufzeit, von denen der erste laut Anbieter kostenlos ist.