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Akquise auslagern als Gebäudereinigung: Modelle und Kosten

Lorenz Eick do Ó
Lorenz Eick do Ó, Gründer von Beyond Leverage Solutions
AKTUALISIERT · 4 MIN. LESEZEIT
KURZ GESAGT

Auslagern lohnt sich, wenn dir die Zeit für Akquise fehlt und sich ein eigener Vertriebsmitarbeiter noch nicht trägt. Es gibt drei Modelle: einen Festpreis (ein Anbieter verlangt für ein komplettes Akquise-Büro rund 2.000 Euro im Monat), ein Agenturhonorar plus Werbebudget (bei Google Ads nennt ein Anbieter rund 50 Euro eingesetztes Werbebudget je qualifizierter Anfrage) und eine Erfolgsprovision, bei der du vor allem zahlst, wenn Aufträge entstehen. Wichtiger als das Modell ist, dass du jede Antwort siehst und die Ansprache zu deinem Betrieb passt.

Fast jeder Inhaber einer Gebäudereinigung kennt das Problem: Der Betrieb läuft, die Objekte sind gut betreut, aber für Akquise bleibt keine Zeit. Entscheider recherchieren, anschreiben, nachfassen, das alles passiert neben Personalplanung, Krankmeldungen und Qualitätskontrollen eben nicht. Es gibt drei Möglichkeiten: Du machst es trotzdem selbst, du stellst jemanden für den Vertrieb ein, oder du gibst die Akquise an einen Dienstleister ab.

Offenlegung vorweg: Beyond Leverage Solutions ist selbst so ein Dienstleister. Wir beschreiben hier trotzdem alle Modelle anhand der Preisangaben, die die Anbieter selbst veröffentlichen, nennen die Anbieter aber nicht beim Namen.

Selbst machen, einstellen oder auslagern?

Selbst machen kostet kein Geld, aber deine Zeit, und genau die ist im Tagesgeschäft am knappsten. Wer Akquise nur dann macht, wenn gerade Luft ist, bekommt eher Zufallstreffer als einen planbaren Zufluss.

Ein eigener Vertriebsmitarbeiter kostet Gehalt, Arbeitgeberanteile und oft noch Auto und Handy, und bis er die Objekte und Entscheider deiner Region kennt, vergeht Zeit. Zur Einordnung: Eine geleistete Arbeitsstunde kostete Unternehmen im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich 2025 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 45 Euro, auch in den Wochen, in denen noch kein Auftrag unterschrieben ist. Eine eigene Stelle lohnt sich deshalb meist erst, wenn klar ist, dass genug Aufträge zu holen sind, um sie dauerhaft zu tragen.

Auslagern liegt dazwischen. Du zahlst für ein Ergebnis oder eine Leistung, ohne Personal aufzubauen, und kannst den Umfang anpassen, wenn deine Kapazität voll ist.

Die drei Preismodelle

Modell Beispiel Was du zahlst Wer trägt das Risiko
Festpreis ausgelagertes Akquise-Büro mit Telefonakquise bei einem Anbieter rund 2.000 € im Monat für das komplette Akquise-Büro du, auch wenn kein Auftrag entsteht
Agenturhonorar plus Werbebudget Google Ads über eine spezialisierte Agentur; Leadgenerierung bei einer Google-Ads-Agentur Betreuung plus Werbebudget, wobei das Werbebudget ab 700 € im Monat startet (Richtwert rund 50 € je qualifizierter Anfrage); bei einem Leadanbieter Agenturhonorar plus Werbebudget, beworbene Leadkosten im Schnitt 7 bis 35 € je Lead geteilt: Du zahlst Honorar und Anzeigen, nicht je Auftrag
Erfolgsprovision Dienstleister, die auf Provision arbeiten vor allem dann, wenn tatsächlich Aufträge entstehen überwiegend der Dienstleister

Beim Festpreis weißt du genau, was du jeden Monat zahlst. Ein Anbieter für ausgelagerte Telefonakquise verlangt zum Beispiel rund 2.000 Euro monatlich für sein komplettes Akquise-Büro und nennt dafür tägliche Reports. Bei anderen Festpreisangeboten solltest du vorher klären, wie berichtet wird, denn das Risiko, dass keine Aufträge entstehen, trägst bei diesem Modell du.

Beim Agenturhonorar plus Werbebudget zahlst du für Betreuung und Anzeigen; die Kosten je Anfrage sind eine Kennzahl, kein Preis. Eine auf Gebäudereinigungen spezialisierte Google-Ads-Agentur berechnet zum Beispiel eine monatliche Betreuungspauschale plus ein Werbebudget ab 700 Euro im Monat, das direkt an Google geht, und nennt als Richtwert rund 50 Euro Werbebudget je qualifizierter Anfrage, je nach Stadt 40 bis 70 Euro, bei einer Mindestlaufzeit von drei Monaten, von denen der erste laut Anbieter kostenlos ist. Ein Leadanbieter wirbt mit exklusiven Leads für im Schnitt 7 bis 35 Euro je Lead. Bei anderen Angeboten lohnt die Frage, ob ein Lead nur an dich geht oder an mehrere Betriebe.

Bei der Erfolgsprovision verdient der Dienstleister vor allem dann, wenn du einen Auftrag gewinnst. Das bringt beide Seiten auf dasselbe Ziel, verlangt aber eine klare Regel, wann ein Auftrag als gewonnen gilt.

Woran du ein seriöses Angebot erkennst

Zwei Inhaber berichteten uns von schlechten Erfahrungen: Einer hatte 1.000 Euro für 2.500 verschickte Mails bezahlt, aus denen kein einziger Kontakt entstand, ein anderer jahrelang für Marketing gezahlt, ohne je einen Bericht zu sehen. Mit diesen Fragen trennst du gute von schlechten Angeboten:

  • Siehst du jede Antwort? Du solltest jederzeit nachvollziehen können, wer angeschrieben wurde und wer wie geantwortet hat, nicht nur eine Zahl am Monatsende.
  • In wessen Namen wird geschrieben? Wenn der Dienstleister in deinem Namen schreibt, gibst du jeden Text vorher frei. Passt der Ton nicht zu deinem Betrieb, schadet das mehr, als es bringt.
  • Wie wird die Zielgruppe festgelegt? Seriöse Anbieter klären mit dir Objekttypen, Branchen und Regionen, statt einfach eine große Liste anzuschreiben.
  • Wie lang ist die Laufzeit? Prüfe Laufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung, bevor du unterschreibst. Je länger die Bindung, desto wichtiger sind regelmäßige Berichte.
  • Wofür genau zahlst du? Bei Provision und bei Kosten je Anfrage muss klar sein, was zählt, und zwar so, dass beide Seiten es sehen können.

Lass dir vom Dienstleister erklären, wie er rechtlich mit der Ansprache per E-Mail oder Telefon umgeht, und hol dir im Zweifel anwaltlichen Rat.

Wie wir bei Beyond arbeiten

Wir übernehmen die Neukundengewinnung für Reinigungsunternehmen: Wir recherchieren passende Objekte und Entscheider, schreiben sie persönlich im Namen deines Betriebs an und kümmern uns um die Antworten, bis ein Termin steht. Die Gespräche mit interessierten Kunden führst du selbst. Unser Modell ist vor allem erfolgsbasiert, du zahlst also primär dann, wenn tatsächlich Aufträge entstehen; die genauen Konditionen klären wir im Erstgespräch.

Ob das zu deinem Betrieb passt oder ob ein anderes Modell besser ist, klären wir gern in einem kurzen Gespräch. Welche Wege es außer der Akquise noch gibt, steht im Ratgeber Aufträge für Gebäudereinigung finden.

Häufige Fragen

Was kostet ausgelagerte Akquise für eine Gebäudereinigung?

Das hängt vom Modell ab. Ein komplettes Akquise-Büro zum Festpreis bietet ein Anbieter zum Beispiel für rund 2.000 Euro im Monat an, bei einer auf Gebäudereinigungen spezialisierten Google-Ads-Agentur zahlst du eine monatliche Betreuungspauschale plus Werbebudget (als Richtwert rund 50 Euro Werbebudget je qualifizierter Anfrage), und bei einer Erfolgsprovision zahlst du vor allem dann, wenn ein Auftrag entsteht.

Ist Akquise auf Provision seriös?

Sie kann es sein, wenn klar geregelt ist, wofür die Provision fällig wird. Achte darauf, dass sie an etwas hängt, das beide Seiten sehen können, etwa einen unterschriebenen Auftrag, und dass du jede Antwort auf die Ansprache selbst einsehen kannst.

Wie schnell kommen die ersten Anfragen?

Das hängt vom Anbieter und vom Modell ab. Bei uns kommen erste Reaktionen meist in den ersten Wochen; bis daraus ein laufender, planbarer Zufluss wird, dauert es länger.

QUELLEN

  1. Statistisches Bundesamt: Arbeits- und Lohnnebenkosten (Arbeitskosten 2025)